Historie

Vieles wurde in der Gründungszeit nicht schriftlich festgehalten, war die Burschenschaft noch recht klein.

Nur noch Aussagen, von Zeugen gaben Aufschluss über die Gründungszeit von 1919. Das genaue Gründungsdatum bleibt bis heute noch im Ungewissen.

Den Überlieferungen ist zu entnehmen, dass in etwa im Spätsommer 1919 ein Stammtisch von jungen Männern, die aus dem 1. Weltkrieg heimkehrten, den Grundstein für die „Burschenschaft zum Adler“ legte.

Nachdem später weitere Jahrgänge der dutenhofner jungen Generation dazu kamen, entstand der Stammtisch der Burschen zum Adler. In den folgenden Jahren bis 1939 wuchs die Mitgliederzahl stetig an.

Als der 2. Weltkrieg ausbrach, kam das Vereinsleben zum Stillstand. Viele der jungen Männer kehrten aus dem Krieg nicht mehr in die Heimat zurück. Alle Kraft nach Kriegsende wurde für den Wiederaufbau gebraucht, so kam es, dass das Vereinsleben in unserem Dorf erst langsam wieder aktiv wurde. An Stelle des Burschenstamtisches, waren es Kirmesburschen, die die alte Tradition wieder aufleben ließen. Diese Versammlung von Kirmesburschen setzte sich aus einzelnen Stammtischen zusammen.

Die Kirmesburschen der Gaststätte Adler richteten jedes Jahr, am 1. Sonntag im September, die Kirmes am Gasthaus Adler aus. Am 1. Samstag im August unter Führung des amtierenden Kirmesewatz, wurde der neue Kirmesewatz und der 1. Kirmesebursch in geheimer Wahl gewählt. Der Kirmesewatz trug eine rot / weiße Schleife und die dazu gewählten Kirmesburschen eine blau / weiße. Diese mussten alle Vorbereitungsmaßnahmen, die für eine Kirmes erforderlich waren treffen.

Am Sonntag vor der Kirmes wurden die Mädchen versteigert. Der Bursch, der am meisten für ein Mädchen zahlte, durfte die Kirmes, mit der Ausgewählten, mit einem Ehrentanz eröffnen. Am Kirmessonntag fand meist ein Umzug, durch das Dorf statt, wo dem Bürgermeister und anderen verdienten Bürgern ein Ständchen von der angagierten Kapelle gebracht wurde. Der Nachmittag und Abend waren mit Tanz ausgefüllt. Vergnügungsstände aller Art und oft auch ein Karussell waren vorhanden am alten Kirmeseplatz mitten im Dorf an der Gießner Straße, wodurch dieser Platz auch seinen heutigen Namen erhielt. Der Tanzboden wurde anfangs im Hof des Gasthauses Adler ausgelegt, später gelang es den Garten des Nachbarn Loh zu mieten und dort den Boden auszulegen und diesen zu überdachen. Am Kirmesmontag war der traditionelle Frühschoppen, an dem bis Mitte des 20. Jahrhunderts nur Burschen und Männer teilnehme durften, im Anschluss war Tanz bis zum Ende der Kirmesfeier, mit Frauen. Für Speisen sorgte der Wirt, die Burschen stellten einen mächtigen Kirmesbaum, geschmückt mit einem Kranz und bunten Bändern. Der Baum aufgestellt, an den Giebel des Gasthauses, kündigte weithin die Kirmesveranstaltung an. Am Dienstag schlugen die Burschen das Zelt ab, und im Anschluss daran fand die Kirmesbeerdigung statt, wo noch einmal die Anekdoten der Kirmestage auf den Tisch kamen. Einige Wochen später fand noch einmal eine Nachkirmes statt, die für alle Helfer noch einmal als Dank galt.

Die letzte traditionelle Kirmes im Saale Adler fand im September 1973 statt. Ab dem Jahr 1974 findet jährlich die Kirmes, zur gewohnten Zeit, auf dem neuen Festplatz im Stehbachtal statt. Dadurch änderte sich auch einiges am Ablauf der Kirmes. Das aufschlagen des Kirmeszeltes, musste schon mehrere Tage vorher beginnen, die Mädchenversteigerung findet im Festzelt statt, einen Tag bevor das Kirmesprogramm beginnt. Samstagabends spielen 2 Bands, sonntags Festzug und Vereinsabend mit Blasmusik, montags Frühschoppen mit Blasmusik und Dienstag der Abbau mit anschließender Kirmesbeerdigung.

Anfangs wechselten sich die Burschen noch mit den Burschen zum Gambrinus und der Wirtin Hedwig Agel ab. Anfang der 80er Jahre, als man merkte, dass die Kirmes ein lohnendes Geschäft ist, wurde beschlossen, dass jeder Ortsverein ein Anrecht darauf hat, die Kirmes auszurichten. Ende der 90er Jahre, als das Kirmesgeschäft in unserer Region überall nachließ, ließ auch das Interesse der Ortsvereine nach.

Seitdem kämpft die Burschenschaft „siccus non immo“ Dutenhofen e.V. zum Adler, wie man sich seid dem Jahr 2000 nennt, um eingetragener Verein zu sein, um die Tradition der Kirmes nicht aussterben zu lassen. Es kamen mit den Jahren auch weitere Programmpunkte im Kirmeskalender hinzu. Man fängt schon freitags mit dem Programm an, Musik für das eher jüngere Publikum, der Kirmessonntag beginnt mit einem ökumenischen Gottesdienst im Festzelt und der Vereinsabend entfiel.

Neben der Kirmes, die das größte und aufwendigste Ereignis der Burschenschaft ist, hat sich der Tanz in den Mai zu einer weiteren Tradition in das Burschenjahr integriert. Bevor die Burschen in den Mai rein feiern, ziehen sie in den Wald, um eine „übergroße“ Birke zu fällen, und diese am alten Kirmeseplatz aufzustellen. Der Baum wird mit vielen bunten Bändern geschmückt und von den Burschen aufgerichtet.

Der Tanz in den Mai ist eine Veranstaltung, wie der Name es schon sagt, an der jährlich am 30.04. in den Mai reingefeiert wird. Anfangs fand diese eher noch kleine Veranstaltung im Saal der Gaststätte Gambrinus statt. Man bot den Gästen eine kleine Kapelle und reichlich Stimmungsgetränke. Wo im ersten Jahr die Gäste der Veranstaltung noch die eigenen aktiven Mitglieder mit Anhang waren, wuchs die Besucherzahl von Jahr zu Jahr, so dass die Räumlichkeiten nicht mehr ausreichten. Man entschloss sich, in die Sporthalle des Ortes auszuweichen. Anfangs wurde nur ein Teil dieser Halle genutzt, aber von Jahr zu Jahr erhöhte sich die Besucherzahl. Aus der Tanzveranstaltung wurde mit der Zeit, eine Großveranstaltung, mit zwei Live – Bands, die aktuelle Lieder aus der Hitliste und Stimmungslieder spielen. Die Veranstaltung zieht von Jahr zu Jahr 1500 junge und ältere Menschen am 30.04. in die Sporthalle, so dass diese ihre Grenzen auch erreicht hat, und diese Veranstaltung nicht mehr aus der Tradition der Burschen weg zu denken ist.